Projektübersicht

Künstler ganz verschiedener Sparten und Stile haben sich zusammengetan, um der wechselvollen Geschichte der STRABAG-Halle auf den Grund zu gehen. "Geschichten einer Halle" ist das Ergebnis - ein dreistündiger Theaterabend mit Schauspiel, Tanz und Musik!

Kategorie: Kultur
Stichworte: Strabag, Theater, Soest, Industrie-Standort, Kunst
Finanzierungs­zeitraum: 11.06.2015 16:04 Uhr - 16.09.2015 23:59 Uhr

Worum geht es in diesem Projekt?

Die STRABAG-Halle ist ein Ort der Geschichte. Kein Schloss mit repräsentativen Räumen, kein Regierungssitz, in dem bedeutende Verträge unterzeichnet wurden, keine Kirche mit filigranen Kunstdenkmälern: Die STRABAG-Halle ist ein Ort des Alltags, ein Ort von Maschinen und Arbeitern, allgegenwärtigem Staub und ohrenbetäubendem Lärm; ein Ort, an dem mächtige Konstruktionen entstanden, wo Löwen und Tiger überwinterten, wo Menschen ihren Lebensunterhalt verdienten, arbeiteten, streikten, den Ideologien des Dritten Reiches zujubelten und ihren Weg zwischen den Kräften des Schicksals suchten. Viele brachten mehr als ihr halbes Leben in der Halle zu, manche Familien waren über Generationen mit der Halle verbunden.
Das STRABAG-Gebäude war Montagebetrieb, Propaganda-Aufmarschhalle, Zirkus-Quartier und moderner Industrie-Standort. Die Theater- und Tanzproduktion „Geschichten einer Halle“ will nun ein letztes Mal den Ort zugänglich machen. Die Schauspieler, Tänzer und Musiker um Regisseurin Barbara Kiwitt und die Choreografinnen Katrin Krüger und Leela Schlund geben den verlassenen Mauern und Einbauten eine Sprache.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

„Geschichten einer Halle“ machen ein Stück Geschichte wieder erfahrbar: Zeiten des industriellen Aufbruchs, der Verblendung durch die Nazi-Propaganda, der Depression und des Wirtschaftswunders. Zugleich stehen die Geschehnisse in der STRABAG-Halle stellvertretend für die Entwicklungen ihrer jeweiligen Zeit und weisen damit weit über Soest hinaus.
Die Theater- und Tanzproduktion war erstmals 2014 zu erleben, die Resonanz war durchweg überwältigend, auch überregional. Die diesjährige Inszenierung wendet sich in besonderer Weise an Jugendliche – schließlich gaben Reaktionen von jungen Soestern den Ausschlag für die Wiederaufnahme. Zum ersten Mal hätten sie tatsächlich begreifen können, wie die Macht der Nazi-Propaganda die Menschen in so fataler Weise hätte verführen können, so die jugendlichen Besucher. Darum wird die Neuauflage auch keine reine Wiederaufnahme, sondern eine Weiterentwicklung der Produktion von 2014, in der diesmal auch Schülerinnen und Schüler mitwirken.
Möglich ist die Neuauflage nur deswegen, weil der Abriss der Halle sich verzögert hat und nun erst Anfang 2016 erfolgen wird.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

„Geschichten einer Halle“ ist eine Produktion von Laien mit erheblichem ehrenamtlichen Aufwand. Die Schauspieler und Tänzer investieren nicht nur enorm viel Zeit in künstlerische Vorbereitungen und Proben. Sie sind gleichzeitig auch Putzkolonne, Hausmeistertrupp, Bühnenarbeiter, Logistiker, Fahrer, Werbeabteilung und Selbstversorger.
Dennoch entsteht erheblicher finanzieller Aufwand: Investitionen in die bauliche Sicherheit, Materialkosten, Podeste, Bühnentechnik, Licht, Versicherungen, Benzin- und Materialkosten. Nicht zuletzt bedarf die Produktion einer professionellen Anleitung, Regie und Choreografie. Erst sie schafft den Rahmen, in dem der Ideenreichtum der Spieler sich entfalten und wirksam werden kann. Insbesondere die neue Gruppe der Schüler – Mädchen und Jungen aus der Musical-AG des Archi-Gymnasiums – braucht intensive Begleitung.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Verglichen mit dem Ergebnis sind die Kosten minimal. Öffentliche Gelder decken nur einen Teil der Kosten ab. Einige Vereine und Firmen unterstützen das Projekt, und mit Ihnen als Spendergemeinschaft kann der letzte Endspurt in der Finanzierung geschafft werden.

Wer steht hinter dem Projekt?

Veranstalter des Projektes sind Jochen Draeger und die Theaterpädagogin und Regisseurin Barbara Kiwitt. Ausführende sind ein Schauspiel- und Tanzensemble, zwei Choreographinnen sowie drei Musiker aus Soest.
Der Förderverein des Archi-Gymnasiums steht als Projektstarter gern hinter der Crowdfunding-Initiative des Theaterprojektes. Der Verein unterstützt damit sowohl die mitwirkenden Schülerinnen und Schüler als auch die künstlerische Begegnung mit einem Stück Geschichte, das nach dem Frühjahr 2016 kein weithin sichtbares Zeugnis mehr haben wird.